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Die Nachhaltigkeit von In-Mold-Etiketten: Ist dies wirklich eine umweltfreundliche Wahl?

2026-06-01 10:00:00
Die Nachhaltigkeit von In-Mold-Etiketten: Ist dies wirklich eine umweltfreundliche Wahl?

Da das Umweltbewusstsein Kaufentscheidungen und regulatorische Rahmenbedingungen verändert, stehen Verpackungshersteller und Markeninhaber zunehmend unter Druck, jede verwendete Materialwahl zu rechtfertigen. In-Mold-Etiketten haben sich als weit verbreitete Lösung im Kunststoffverpackungsbereich durchgesetzt und werden für ihre Haltbarkeit, ihre optische Qualität sowie ihren effizienten Produktionsprozess geschätzt. Doch sobald das Thema Nachhaltigkeit ins Spiel kommt, wird die Lage komplexer. Sind In-Mold-Etiketten tatsächlich umweltfreundlich, oder ist die grüne Narrative, die sie umgibt, eher Marketing als Substanz?

in-mold labels

Die Nachhaltigkeitsmerkmale von In-Mold-Etiketten sind nicht schwarz-weiß. Sie hängen stark von den verwendeten Substratmaterialien, den im jeweiligen Markt verfügbaren Entsorgungswegen und dem Vergleich ihrer Umweltbilanz mit den Etikettierungsalternativen ab, die sie ersetzen. Dieser Artikel untersucht diese Aspekte sorgfältig und bietet eine fundierte, evidenzbasierte Einschätzung dazu, ob In-Mold-Etiketten ihren umweltfreundlichen Ruf verdienen – und unter welchen Bedingungen dieser Ruf tatsächlich gerechtfertigt ist.

Verständnis dessen, was In-Mold-Etiketten sind und wie sie funktionieren

Das integrierte Etikettierungskonzept

In-Mold-Etiketten sind vorbedruckte Etiketten, die vor oder während des Kunststoff-Spritzguss-, Blasform- oder Thermoformprozesses direkt in den Formhohlraum eingelegt werden. Während der geschmolzene Kunststoff in die Form fließt und abkühlt, verschmilzt er mit dem Etikett zu einer einzigen, einheitlichen Struktur. Das Etikett liegt nicht oberflächlich auf dem Behälter auf – es wird vielmehr Bestandteil desselben. Diese Integration ist das charakteristische Merkmal, das In-Mold-Etiketten von druckempfindlichen oder Schlauchetiketten unterscheidet, die nach der Fertigung angebracht werden.

Da das Etikett während der Herstellung chemisch mit dem Behälter verbunden wird, ist das resultierende Produkt physikalisch homogen. Dies hat wichtige Auswirkungen sowohl auf die Leistung als auch auf das Recyclingverhalten in nachgeschalteten Prozessen. Ein Behälter mit In-Mold-Etiketten weist keine Klebeschicht auf, die sich ablösen könnte, keine Papierfaserverunreinigung, die bei der Wiederaufbereitung eingeführt wird, und kein sekundäres Material, das im Abfallmanagement sortiert werden müsste. Diese strukturellen Merkmale bilden die Grundlage des Nachhaltigkeitsarguments zugunsten von In-Mold-Etiketten.

Die Technologie ist insbesondere bei Lebensmittelverpackungen wie Milchbehältern, Portionstassen und Getränkeverpackungen weit verbreitet. So kommen beispielsweise spritzgegossene Polypropylen-Tassen, die für Milchtee und ähnliche Getränke konzipiert sind, häufig mit In-Mold-Etiketten zum Einsatz, da die Kennzeichnung Kondensation, mechanische Beanspruchung und Temperaturschwankungen ohne Ablösen oder Abbau standhalten muss.

Häufig verwendete Materialien für In-Mold-Etiketten

Das Nachhaltigkeitsprofil von In-Mold-Etiketten hängt eng mit den Materialien zusammen, aus denen sie hergestellt werden. Die meisten In-Mold-Etiketten bestehen aus Polypropylen-(PP-)Folie, die mit dem Substrat des Behälters, auf den sie aufgebracht werden, identisch ist. Diese Materialkompatibilität steht im Mittelpunkt der Recycling-Argumentation: Wenn sowohl das Etikett als auch der Behälter aus derselben Polymerfamilie bestehen, kann die gesamte Konstruktion theoretisch ohne Trennung in einem einzigen Recyclingstrom verarbeitet werden.

Einige In-Mold-Etiketten verwenden Polyethylen-(PE-)Folien oder coextrudierte Mehrschichtfolien, abhängig vom Formgebungsverfahren und den Anforderungen an die Barrierefunktion. Die Wahl der Folie beeinflusst die Tintenhaftung, die Hitzebeständigkeit und letztlich die Recycelbarkeit. Die auf In-Mold-Etiketten verwendeten Druckfarben sind typischerweise UV-härtbare oder wasserbasierte Formulierungen; die Entwicklung von Farbsystemen, die Recyclingströme nicht kontaminieren, ist ein aktives Forschungs- und Entwicklungsgebiet innerhalb der Branche.

Das Verständnis dieser Materialvariablen ist für jeden Markeninhaber oder Verpackungsingenieur, der In-Mold-Etiketten als Nachhaltigkeitsstrategie bewertet, unerlässlich. Das Etikett ist kein einzelnes standardisiertes Produkt – es handelt sich vielmehr um eine Familie von Lösungen mit stark unterschiedlichen Umweltbilanzen, die von der Materialauswahl und dem Herstellungskontext abhängen.

Das Argument der Recycelbarkeit: Stärken und reale Einschränkungen

Warum die Integration des gleichen Polymers für das Recycling entscheidend ist

Das überzeugendste Nachhaltigkeitsargument für In-Mold-Etiketten ist ihre potenzielle Kompatibilität mit dem Mono-Material-Recycling. Wenn ein PP-Behälter mit einem PP-In-Mold-Etikett versehen ist, wird die gesamte Verpackung theoretisch als Einmaterialverpackung klassifiziert. Die Recyclingbetriebe müssen das Etikett vor dem Zerkleinern und der Wiederaufbereitung nicht entfernen, da Etikett und Behälter gemeinsam schmelzen und sich neu formen. Dies stellt einen deutlichen Vorteil gegenüber Kunststoffbehältern mit Papieretiketten dar, bei denen Faserverunreinigungen die Qualität des wiedergewonnenen Kunststoffs beeinträchtigen können.

Aus der Sicht einer Kreislaufwirtschaft unterstützen In-Mold-Etiketten die Gestaltungsprinzipien für Recyclingfähigkeit, indem sie die Trennung der Etiketten auf Verbraucher- oder Industrieebene entbehrlich machen. Dadurch verringert sich der Aufwand beim Sortieren und es ist wahrscheinlicher, dass der Behälter tatsächlich in den Recyclingprozess eingeht und diesen auch erfolgreich abschließt, anstatt als Abfallstrom mit gemischten Materialien abgelehnt zu werden. Die europäische Verpackungsindustrie hat diesen Vorteil zunehmend erkannt; mehrere Ökobilanzen zeigen, dass In-Mold-Etiketten die Anzahl der für die Aufbereitung nach dem Verbrauch erforderlichen Materialströme reduzieren.

Der Vorteil entsteht jedoch erst dann, wenn eine wirksame Sammel- und Sortierinfrastruktur vorhanden ist. In Märkten mit niedrigen Kunststoff-Recyclingquoten oder dort, wo Polypropylen (PP) speziell nicht separat gesammelt wird, bietet die Monomaterialverträglichkeit von In-Mold-Etiketten keinen praktischen Vorteil. Die theoretische Recycelbarkeit des Etiketts ist von geringer Bedeutung, wenn der Behälter unabhängig von seiner Kennzeichnung auf einer Deponie landet oder verbrannt wird.

Herausforderungen, die das Recyclingpotenzial erschweren

Mehrere reale Herausforderungen mindern die Recyclingfähigkeit von In-Mold-Etiketten. Erstens können Tintenschichten – selbst wenn sie hinsichtlich der Polymerchemie kompatibel sind – die optische Sortierung von Verpackungen in Materialrückgewinnungsanlagen beeinträchtigen. Die Nahinfrarot-(NIR-)Sortiertechnologie, die in modernen Recyclinganlagen die primäre Methode zur Identifizierung von Polymertypen darstellt, kann durch stark bedruckte Oberflächen gestört werden. Dunkle oder metallische Tintenabdeckung auf In-Mold-Etiketten wurde bereits dokumentiert als ein Faktor, der bei der automatisierten Sortierung zu Fehlidentifikationen führt und dadurch ansonsten recycelbare Behälter in den Restabfall geleitet werden.

Zweitens bestehen nicht alle In-Mold-Etiketten aus demselben Polymer wie der Behälter. Eine PE-Etikettierung auf einem PP-Behälter führt zu einem ungleichartigen Material, das die Reinheit und Qualität des wiedergewonnenen Kunststoffs beeinträchtigen kann. Selbst wenn das Volumen des Etikettenmaterials im Verhältnis zum Behälter gering ist, kann das Vorhandensein eines anderen Polymers für Verarbeiter, die lebensmittelkontaktfähiges recyceltes PP herstellen möchten, problematisch sein.

Drittens kann die Haftung zwischen Etikett und Behälter, die während des Spritzgussprozesses erreicht wird, äußerst stark sein – so stark, dass jeder Versuch einer mechanischen Trennung beider Komponenten im Recyclingprozess praktisch unmöglich wird. Dies stellt in der Regel kein Problem dar, solange die Materialien kompatibel sind; es wird jedoch zu einem erheblichen Problem, sobald sich die Materialien von Etikett und Behälter unterscheiden. Aus diesen Gründen sollten Umweltbehauptungen bezüglich In-Mold-Etiketten stets das betreffende Materialsystem spezifizieren, anstatt alle Anwendungen von In-Mold-Etiketten pauschal als nachhaltig zu betrachten.

Vergleich der Umweltbilanz: In-Mold-Etiketten im Vergleich zu Alternativen

Druckempfindliche Etiketten und ihre versteckten Kosten

Um zu bewerten, ob In-Mold-Etiketten tatsächlich eine umweltfreundliche Wahl darstellen, ist es sinnvoll, sie mit den Alternativen zu vergleichen, die sie ersetzen. Druckempfindliche Etiketten – die sogenannten „Peel-and-Stick“-Etiketten, die im Einzelhandelsverpackungsbereich dominieren – erfordern eine mehrschichtige Konstruktion aus Trägermaterial, druckempfindlichem Klebstoff und einer silikonbeschichteten Abziehfolie. Allein diese Abziehfolie stellt einen erheblichen Abfallstrom dar: Sie ist in der Regel nicht recycelbar und wird nach dem Aufbringen des Etiketts entsorgt, wodurch weltweit jährlich Millionen Tonnen Abziehfolienabfall entstehen.

In-Mold-Etiketten eliminieren die Abdeckfolie vollständig, da am Verpackungsband kein Klebstoffauftrag erfolgt. Sie verringern zudem das Risiko etikettenbedingter Fehler, die eine Nacharbeit oder Ablehnung des Produkts auslösen, was sich in einer niedrigeren Rate an Sekundärabfällen in der Produktion niederschlägt. Wenn eine Marke große Mengen etikettierter Behälter herstellt, kann die kumulierte Abfallreduktion durch den Verzicht auf Abdeckfolien erheblich sein. Dieser vergleichende Vorteil wird häufig in Lebenszyklusanalysen genannt, die von Verpackungsherstellern in Auftrag gegeben werden; eine unabhängige Überprüfung über unterschiedliche Produktionskontexte hinweg ist jedoch bisher noch begrenzt.

Zusätzlich führen selbstklebende Etiketten bei der Wiederverwertung Rückstände von Klebstoff in den Recyclingstrom ein, falls das Etikett nicht sauber entfernt wird, bevor der Behälter wiederaufbereitet wird. In-Mold-Etiketten hinterlassen dagegen keinerlei Klebstoffrückstände, da kein Klebstoff verwendet wird. Dadurch wird der Recyclingprozess sauberer und das zurückgewonnene Material besser für hochwertige Sekundäranwendungen geeignet.

Etiketten für Flaschenhülsen und Schrumpffolien: Ein direkter Vergleich

Schrumpfetiketten für Flaschenhülsen sind eine weitere gängige Alternative, bei der der Behälter mit einer durchgehenden Folie umhüllt wird, die üblicherweise aus PET-G oder PVC besteht. Obwohl Schrumpfetiketten eine hervorragende grafische Abdeckung bieten und auf Behälter mit komplexen Formen aufgebracht werden können, stellen sie erhebliche Herausforderungen für die Recyclingfähigkeit dar. Die meisten Recyclinganlagen verlangen, dass die Etiketten vor der Aufbereitung des Behälters entfernt werden; die Bereitschaft der Verbraucher, diese Vorab-Sortierung und das Entfernen der Etiketten vorzunehmen, ist jedoch äußerst gering. Daher werden behälter mit Schrumpfetiketten häufig als Abfall aus gemischten Materialien eingestuft und von Recyclingprogrammen ausgeschlossen.

In-Mold-Etiketten vermeiden dieses Problem vollständig. Da das Etikett in die Behälterstruktur integriert ist, gibt es keine sekundäre Folie, die vor dem Recycling entfernt werden muss. Dieses optimierte Verhalten am Ende der Lebensdauer stellt einen echten Unterscheidungsfaktor dar und macht In-Mold-Etiketten im Vergleich zu Hülsenalternativen besser mit modernen Abfallwirtschaftssystemen kompatibel – vorausgesetzt, die zuvor erläuterten Materialverträglichkeitsbedingungen sind erfüllt.

Allerdings argumentieren einige Nachhaltigkeitsbefürworter, dass das nachhaltigste Verpackungssystem dasjenige ist, das insgesamt am wenigsten Material verbraucht. In-Mold-Etiketten erfordern zwar die Herstellung einer separaten, vorbedruckten Folienkomponente vor dem Formgebungsprozess, was wiederum einen eigenen Energie- und Materialeinsatz bedeutet. Um endgültige Schlussfolgerungen zu ziehen, ist eine umfassende Lebenszyklusanalyse („Cradle-to-Grave“) erforderlich, die Tinte, Folienherstellung, Druckenergie, Formgebungsenergie sowie die Aufbereitung am Ende der Lebensdauer berücksichtigt – und solche Analysen sind produktspezifisch und nicht universell auf alle Anwendungen von In-Mold-Etiketten übertragbar.

Designentscheidungen, die echte Nachhaltigkeitsergebnisse bestimmen

Wahl der Materialien als zentraler Hebel

Für Verpackungsingenieure und Produktentwickler ist die Wahl der Materialien der wichtigste Hebel zur Verbesserung der Nachhaltigkeit von in-Mold-Etiketten die Verpackung. Die Auswahl einer Etikettenfolie, die mit dem Hauptkunststoff des Behälters kompatibel ist – PP mit PP, HDPE mit HDPE – ist die entscheidendste Maßnahme in der Entwurfsphase. Diese Kompatibilität stellt sicher, dass das fertige Produkt als Monomaterialverpackung gilt, was die Voraussetzung für eine wirkungsvolle Recyclingfähigkeit in den meisten derzeitigen Abfallwirtschaftsinfrastrukturen darstellt.

Über die Polymeranpassung hinaus beeinflussen Dicke und Dichte der Etikettenfolie den gesamten Materialgehalt der Verpackung. Dünnere Etikettenfolien reduzieren den Materialverbrauch, ohne die Leistungsfähigkeit zwangsläufig einzuschränken; Fortschritte in der Folienherstellungstechnologie ermöglichen schrittweise dünnere Folienstärken, die sowohl die Druckqualität als auch die Integrität der Form-Schmelz-Verbindung bewahren. Die Gewichtsreduktion des Etiketts in Kombination mit einer optimierten Behälterwandstärke ist eine Strategie, die den Gesamtmaterialverbrauch pro Einheit senkt, ohne die funktionale und ästhetische Leistung zu beeinträchtigen, die für den Markenwert entscheidend ist.

Die Wahl der Druckfarbe stellt einen weiteren oft unterschätzten Gestaltungsparameter dar. UV-härtbare Druckfarben, die frei von Schwermetallen sind und während der NIR-Sortierung die optischen Eigenschaften der Etikettenoberfläche nicht wesentlich verändern, sind sowohl aus Sicherheits- als auch aus Recyclinggesichtspunkten vorzuziehen. Wasserbasierte Farbsysteme gewinnen ebenfalls zunehmend an Bedeutung, da Verarbeiter bestrebt sind, sich in regulierten Märkten strengeren Umweltstandards anzupassen.

Produktionseffizienz und Abfallreduzierung während der Fertigung

In-Mold-Etiketten bieten einen deutlichen Vorteil hinsichtlich der Effizienz der Produktionslinie. Da das Etikettieren und die Behälterherstellung in einem einzigen integrierten Schritt erfolgen, entfällt für die Hersteller die gesamte sekundäre Etikettierlinie. Dadurch verringert sich der Energieverbrauch in der Produktionsphase, das Risiko von Fehlern bei der Etikettenanbringung wird gesenkt, und die mit der Nachbearbeitungsetikettierung verbundenen Arbeits- sowie Maschinenwartungskosten sinken. Aus Sicht einer nachhaltigen Fertigung führt die Zusammenfassung zweier Prozessschritte in einem Schritt messbare Vorteile mit sich.

Die Ausschussraten bei Spritzgussverfahren mit In-Mold-Etiketten können ebenfalls niedriger sein als bei nachträglichen Etikettierlinien, da das Etikett nicht separat aufgebracht und neu positioniert werden muss. Jeder Behälter, der während des Spritzgusses abgelehnt wird, wird abgelehnt, bevor zusätzliches Etikettenmaterial verbraucht wird, was die gesamte Materialausbeute verbessert. Dies ist insbesondere bei Hochvolumenanwendungen wie Einweg-Getränkebechern für die Gastronomie relevant, bei denen die jährliche Produktionsmenge mehrere zehn Millionen Einheiten beträgt.

Das integrierte Produktionsmodell reduziert zudem Abfall durch Verpackung innerhalb von Verpackungen. Herkömmliche Etikettierlinien erfordern Etikettenrollen auf Trägerfolien, die während des gesamten Produktionslaufs verbraucht und entsorgt werden. In-Mold-Etiketten, die als flache oder vorgeschnittene Einsätze gelagert werden, erzeugen pro Produktionszyklus deutlich weniger zusätzlichen Verpackungsabfall. Diese schrittweisen Effizienzgewinne summieren sich in großem Maßstab signifikant und tragen zu einer geringeren Gesamtumweltbelastung pro etikettierter Einheit bei.

Das ehrliche Fazit: Bedingungen, unter denen In-Mold-Etiketten umweltfreundlich sind

Wenn der umweltfreundliche Fall stark ist

In-Mold-Etiketten können tatsächlich als umweltfreundliche Wahl betrachtet werden, sofern eine bestimmte Reihe von Voraussetzungen erfüllt ist. Wenn der Etikettenfilm mit dem Behältermaterial polymerverträglich ist, wenn die Druckfarben für die Recyclingverträglichkeit formuliert wurden, wenn die Produktion in einer Anlage mit hohem Materialausbeuteanteil und geringen Ausschussraten erfolgt und wenn das fertige Produkt in einen Markt gelangt, der über funktionierende Recyclinginfrastrukturen für PP oder HDPE verfügt, spricht vieles für ihre Nachhaltigkeit. In diesen Szenarien schneiden In-Mold-Etiketten bei nahezu allen messbaren Umweltdimensionen besser ab als Etiketten mit Klebe- oder Hülstechnologie.

Für hochvolumige Lebensmittel-Anwendungen – wie Milchprodukt-Behälter, Joghurtbecher oder spritzgegossene Getränkebecher – schafft die Kombination aus integrierter Produktion, linerfreier Montage und Mono-Material-Recycelbarkeit eine Verpackungslösung, die nachhaltiger ist als die meisten etablierten Etikettierungstechnologien, mit denen sie im Wettbewerb steht. Der Haltbarkeitsvorteil von In-Mold-Etiketten, die ohne schützende Überlackierung gegen Kratzer und Feuchtigkeit beständig sind, reduziert zudem den Bedarf an zusätzlichen funktionellen Beschichtungen, die die Entsorgung am Ende des Lebenszyklus erschweren würden.

Marken, die sich innerhalb dieses optimierten Rahmens für In-Mold-Etiketten entscheiden, betreiben keine bloße Greenwashing-Strategie – vielmehr treffen sie eine strukturell fundierte Entscheidung, die Abfall durch Trägermaterial (Liner), Klebstoffkontamination und Materialkomplexität entlang der gesamten Verpackungslieferkette verringert. Entscheidend ist die Transparenz: Die konkreten Bedingungen, unter denen die Nachhaltigkeitsvorteile realisiert werden, müssen kommuniziert werden – statt pauschaler Aussagen, die nicht einheitlich belegt werden können.

Wo Vorsicht geboten ist

Umgekehrt schwächt sich das umweltfreundliche Argument für In-Mold-Etiketten ab, wenn die Materialverträglichkeit ignoriert wird, wenn dunkle oder metallische Druckfarben die automatisierte Sortierung beeinträchtigen oder wenn das Produkt in Märkten verkauft wird, in denen die Infrastruktur für das Recycling von Kunststoffen unterentwickelt ist. Nachhaltigkeitsbehauptungen, die ohne Bezug auf diese Bedingungen erhoben werden, sind eine Fehlleitung für Käufer, die ihre Entscheidungen auf dieser Grundlage treffen.

Es ist auch erwähnenswert, dass die Nachhaltigkeit von In-Mold-Etiketten – wie bei jeder Verpackungstechnologie – untrennbar mit dem umfassenderen System verbunden ist, in dem sie eingesetzt wird. Ein schön gestalteter, monomaterialer, recyclingfähiger Behälter mit In-Mold-Etiketten leistet nichts zum Erreichen der Ziele einer Kreislaufwirtschaft, wenn der Endverbraucher ihn im Restmüll entsorgt. Das Verbraucherverhalten, die kommunalen Sammelsysteme sowie die industriellen Sortierkapazitäten sind sämtlich Voraussetzungen, die allein durch Verpackungstechnologien nicht erfüllt werden können.

Der verantwortungsvollste Ansatz für Marken, die In-Mold-Etiketten als Nachhaltigkeitsstrategie prüfen, besteht darin, eine vollständige Ökobilanz durchzuführen, die auf ihre spezifischen Materialien, Produktionsbedingungen und Zielmärkte zugeschnitten ist. Diese Analyse sollte In-Mold-Etiketten nicht gegen ein abstraktes Ideal, sondern gegen die konkret in Betracht gezogenen alternativen Etikettierungstechnologien vergleichen – unter Verwendung vergleichbarer Systemgrenzen und Datenqualitätsstandards.

Häufig gestellte Fragen

Sind In-Mold-Etiketten gemeinsam mit dem Behälter, auf den sie aufgedruckt sind, recycelbar?

In den meisten Fällen ja – vorausgesetzt, die Etikettenfolie besteht aus demselben Polymer wie der Behälter. Wenn eine PP-Etikette mit einem PP-Behälter verschmolzen wird, kann die gesamte Einheit in einem Standard-PP-Recyclingstrom ohne Trennung verarbeitet werden. Die Recycelbarkeit hängt jedoch auch von der Kompatibilität der Druckfarben sowie davon ab, ob die lokale Recyclinginfrastruktur den betreffenden Polymertyp annimmt und verarbeitet. Verbraucher und Markeninhaber sollten die Materialkompatibilität vorab überprüfen, bevor sie Aussagen zur Recycelbarkeit treffen.

Verwenden In-Mold-Etiketten Klebstoffe, die Recyclingströme kontaminieren können?

Nein. Einer der wichtigsten ökologischen Vorteile von In-Mold-Etiketten ist, dass sie überhaupt keine Klebstoffe verwenden. Das Etikett wird während des Formgebungsprozesses durch Hitze und Druck direkt mit dem Behälter verbunden, wodurch eine mechanische und chemische Bindung entsteht. Dadurch entfällt der Klebstoffrückstand, der die Qualität des aus mit selbstklebenden Alternativen etikettierten Behältern gewonnenen recycelten Kunststoffs mindern kann.

Wie schneiden In-Mold-Etiketten im Vergleich zu Schrumpf-Hüll-Etiketten hinsichtlich der Auswirkungen am Ende der Lebensdauer ab?

In-Mold-Etiketten weisen im Allgemeinen ein günstigeres End-of-Life-Profil als Schrumpfhüllen auf. Schrumpfhüllen werden als sekundärer Film aufgebracht und müssen in der Regel vor dem Recycling entfernt werden; die praktischen Trennquoten in realen Abfallströmen sind jedoch gering. In-Mold-Etiketten sind in den Behälter integriert, sodass kein separater Film entfernt werden muss. Solange die Materialverträglichkeit gewährleistet ist, stellen In-Mold-Etiketten weniger Hindernisse für ein effektives Recycling dar als die meisten derzeit verbreiteten Hüllenetikettenformate.

Nach welchen Zertifizierungen oder Standards sollte ich bei der Beschaffung nachhaltiger In-Mold-Etiketten suchen?

Bei der Beschaffung von In-Mold-Etiketten mit echten Nachhaltigkeitsmerkmalen sollten Produkte gesucht werden, die gemäß anerkannten Recyclingfähigkeitstests wie den von RecyClass oder der Association of Plastic Recyclers (APR) veröffentlichten Verfahren geprüft wurden. Zertifizierungen für lebensmittelgeeignete Druckfarben sowie Erklärungen zum Ausschluss beschränkter Stoffe gemäß Rechtsvorschriften wie der EU-Verordnung 10/2011 sind ebenfalls für Verpackungen im Lebensmittelkontakt relevant. Die Lieferanten sollten in der Lage sein, Dokumentationen vorzulegen, die ihre Nachhaltigkeitsbehauptungen stützen – darunter Materialdeklarationen und, sofern verfügbar, Daten aus einer Ökobilanz, die sich auf die jeweilige Anwendung beziehen.